Wie funktioniert die Rasenheizung im Jahnstadion?

Schnee im Jahnstadion.

Wenn der SSV Jahn am Freitagabend, 8. Februar, Arminia Bielefeld zum Zweitligaheimspiel empfängt, wird noch Schnee in Regensburg liegen. Viele Fans (und sicher auch die Aktiven) fürchten in solchen Fällen oft eine kurzfristige Spielabsage. In der vergangenen Woche musste so bereits die Partie Aue gegen Köln abgesagt werden – trotz Rasenheizung, die offensichtlich kein Allheilmittel ist. Doch wie funktioniert sie eigentlich? Und wofür ist sie nicht da?

Die Rasenheizung ist seit einigen Jahren für nahezu alle Teams aus den ersten drei Ligen Pflicht. Auch das Jahnstadion ist mit einer ausgestattet – und sie muss auch eingeschaltet werden. So heißt es in Anhang VI der Lizenzierungsordnung (LO) der DFL:

In der Bundesliga und 2. Bundesliga muss das Spielfeld des Stadions eine Rasenheizung haben. Die Inbetriebnahme der Rasenheizung muss gewährleisten, dass das Spielfeld an sämtlichen Spieltagen bespielbar ist.

Wann und wie lange die Rasenheizung in Regensburg eingeschaltet wird, hängt natürlich immer von der Witterung und dem Spieltermin ab. Die Abteilung Organisation & Infrastruktur beim SSV Jahn, vor allem Platzwart Peter Mauerer, gibt eine Empfehlung ab, die Entscheidung darüber, wann und wie hoch die Heizung eingestellt wird, wird dann immer in Absprache mit Geschäftsführer Dr. Christian Keller und dem Leiter Finanzen & Personal, Simon Leser, getroffen, die das Einschalten freigeben. „In diesem Fall haben wir nach den erheblichen Schneefällen in der Nacht von Sonntag auf Montag am Montagmorgen entschieden, dass wir die Rasenheizung einschalten“ , so Andreas Motter, Leiter Organisation & Infrastruktur.

Und was bewirkt die Rasenheizung nun? Sie sorgt dafür, dass der Rasen eine bestimmte Graswurzeltemperatur erreicht (derzeit ca. elf Grad) und der gefrorene Boden abtauen und eine leichte Schneedecke schmelzen kann. Wie teuer das werden kann, ist nicht genau zu beziffern. Wie viel Energie dafür notwendig ist, hängt nämlich stets von der Witterung ab. Bei sehr kaltem Wetter liegen die Kosten höher als bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. So oder so ist der Energieverbrauch in den ersten 24 Stunden nach dem Einschalten der Rasenheizung besonders hoch. „Wie hoch die Kosten für den Betrieb der Rasenheizung liegen, hängt also vom Einzelfall ab“ , sagt Motter. Andere Vereine geben für den Betrieb der Rasenheizung ein- bis dreitausend Euro pro Tag an. Jahns ehemaliger Geschäftsführer Johannes Baumeister bezifferte die Betriebskosten vor drei Jahren auf gut 10.000 Euro pro Spieltag – also inklusive eines mehrtägigen Betriebs in der Woche vor dem Spiel.

Jann George beim Schussversuch gegen Unterhaching.

Wenig verwunderlich, dass sich bis zur verpflichtenden Einführung einige Drittligisten die Inbetriebnahme der vorhandenen Rasenheizung sparen wollten, vor allem weil die TV-Gelder nicht in Relation zu den Betriebskosten stehen. So wie auch der SSV Jahn, damals noch als Regionalligist, beim Heimspiel gegen Unterhaching im November 2015, als durch starken Schneefall in der Nacht vor der Partie die Spielfeldseite vor der Hans Jakob Tribüne noch leicht mit Schnee und Eis bedeckt war. Aber auch wenn die Mittelbayerische damals behauptete: „Bilder, die man in dem modernen und erst in diesem Sommer eröffneten Stadion in dieser Form nicht erwartet hatte“ , so sind verschneite Spielflächen und Spielabsagen auch in modernen Stadien durchaus möglich und bei schwierigen Witterungsbedingungen zu erwarten – wie eben vergangene Woche in Aue. Die Rasenheizung ist nämlich kein Zaubermittel! Vor allem bei kurzfristigem Temperaturfall, wenn in der Nacht vor dem Spiel besonders viel Schnee fällt oder sich gar Bodenfrost bildet, ist auch eine tagelang maximal aufgedrehte Rasenheizung machtlos.

Übrigens, für einen reibungslosen Ablauf des Spieltages ist aber nicht nur die Beschaffenheit des Rasens von Bedeutung: Auch die Zufahrtswege zum Stadion für Fans und Zuschauer müssen gefahrlos zugänglich sein, was vor allem bei Blitzeis eine Herausforderung darstellt. Während aber das Spielfeld in den Aufgabenbereich des SSV Jahn fällt, sind Parkplätze und das Stadionumfeld Sache der Stadt. Ob das Spiel heute Abend gegen Bielefeld steigen kann, hängt also nicht nur davon ab, ob in der Woche die Rasenheizung lief (ja, sie lief!).  Sondern eben auch davon, wie stark die Witterungsverhältnisse heute Nacht waren und ob die Schnee- und Eismengen im Stadion und im Stadionumfeld noch bekämpft werden können.

Autor: brt

Fußball | Musik | Literatur | Geschichte

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